Bibel ist aufgeschlagen

Eigene Wege gehen

Zu Zeiten des Propheten Elisa musste das Volk Israel wieder einmal spüren, was es bedeutete, seine eigenen Wege zu gehen und Gott nicht nach dem nächsten Schritt zu fragen. So führte das Volk wieder einmal Krieg auf eigene Faust und wurde als Folge stark bedrängt.

Die Stadt Samaria wurde belagert, und die Menschen schienen dem Hungertod geweiht. Da sprach Gott zu Elisa, obwohl der das Volk ins Unglück gestürzt hatte: „Morgen um diese Zeit könnt ihr beim Stadttor von Samaria für ein Silberstück 5 Kilo feines Weizenmehl oder sogar 10 Kilo Gerste kaufen!“ (2. Könige 7, 1).

Natürlich lachten die anderen den Propheten aus. Dann aber geschah etwas, das mit natürlichen Dingen nicht zu erklären ist. Es war ein Wunder. Vier aussätzige Männer saßen vor dem Stadttor – und genau diese Männer nutzte Gott für seinen Plan. Die Männer wussten, gingen sie in die Stadt, sie würden dort verhungern. Blieben sie vor dem Stadttor sitzen, würde sie das gleiche Schicksal treffen. Also machten sie sich auf in Richtung des Lagers der Feinde.

Wunder

Aus unerklärlichem Grund – später wussten die Israeliten, dass Gott am Werk gewesen war – hallten ihre Schritte dermaßen laut wider, dass die Feinde dachten, eine riesige Armee würde sich auf sie zubewegen.

Sie bekamen es dermaßen mit der Angst zu tun, dass sie Hals über Kopf flohen und alles zurückließen, ihre Zelte, die Vorräte, ihre Reittiere und sogar ihre Waffen. Das Volk Israel war nicht nur gerettet, nur einen Tag später konnten die Menschen wirklich beim Stadttor für ein Silberstück 5 Kilo feines Weizenmehl oder sogar 10 Kilo Gerste kaufen – so wie Gott es durch den Propheten Elisa vorhergesagt hatte.

Man kann diese Geschichte in die Kategorie Märchen packen. Aber immerhin hat sie es in die Bibel geschafft. Was, wenn sich doch alles so zugetragen hat? Was, wenn Gott heute zu dir genau durch diese kleine Passage reden möchte?

Neuanfang

Drei Dinge bewegen mich an dieser kleinen Episode. Das erste ist, dass Gott ein Gott des Neuanfangs ist. Elisa hatte wirklich Mist gebaut. Er hatte großen Einfluss auf die Menschen und hat diesen nicht nur schamlos ausgenutzt, sondern sie ins Unglück und beinahe ins Verderben geführt.

Aber als er seinen Fehler erkannt und vor Gott gebracht hatte, schenkte Gott ihm einen Neuanfang. Er ritt nicht auf Elisas Fehlern herum, sondern versprach ihm, dass es bald schon eine Lösung geben würde.

Gott steht zu seinem Wort

Das zweite ist, dass Gott zu seinem Wort steht. Wenn wir uns etwas einreden, dann haben wir Glück, wenn es in Gottes Plan passt oder er so gnädig ist und es uns schenkt. Wenn Gott aber spricht, können wir uns darauf verlassen. Paulus schreibt es so:

„Gott steht auf jeden Fall zu seinem Wort, auch wenn alle Menschen Lügner sind. Es heißt ja schon in der Heiligen Schrift: »Deine Worte, Gott, werden sich als wahr erweisen, und du wirst siegen, wenn man dich verurteilen will.«“ (Römer 3, 4 HfA).

Bei Gott gibt es keine ausgestoßenen und wertlose Menschen

Das dritte ist, dass es bei Gott keine ausgestoßenen oder wertlosen Menschen gibt. Die vier Männer waren nun wirklich die Schwächsten in der Geschichte. Sie konnten nicht viel mehr, als sich ihrem Schicksal hinzugeben und auf ihren Tod zu warten.

Aber genau diese Männer nutzt Gott, um sein Wunder zu tun. Niemand ist zu klein oder zu unbedeutend, als dass Gott nicht durch ihn mächtig wirken könnte.

Vielleicht fühlst du dich auch manchmal, wie die ausgestoßenen Männer, die dort vor dem Stadttor saßen. Man sieht dir deine Unzulänglichkeit vielleicht schon an. Du denkst, dass du zu nichts zu gebrauchen bist und vegetierst auch so vor dich hin.

Es mag sein, dass andere dich von oben herab ansehen. Nicht aber Gott. Er schaut auf dein Herz. Und er möchte durch dich große Dinge tun. Was, wenn er es dir offen anbieten würde? Wärst du bereit und würdest sein Angebot annehmen?

Wenn dem so ist, dann sag es Gott heute: „Ich bin bereit, Herr. Nutze mich, sende mich, sprich durch mich und wirke durch mich. Ich mag schwach sein, aber durch dich bin ich unendlich stark. Ich mag denken, ich kann eh nichts bewegen, aber durch dich, Gott, werde ich Berge versetzten!“

Bist du bereit?

Sei gesegnet!

„Denn der Herr tut auch heute noch Wunder. Stunde um Stunde, Tag für Tag“ (Samuel Harfst).

 

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de