Drei Könige aus dem Morgenland

Geschenke an das Kind Jesus

Dann holten sie ihre Schätze hervor und gaben ihm Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe“ (Matthäus 2, 11 BB). Ein kurzer Satz, den wir alle kennen und der meist sehr romantisch in den Krippen-Szenen dargestellt wird. Die „Weisen aus dem Morgenland“, die Sterndeuter, die „Heiligen drei Könige“ bringen dem neugeborenen Kind, Jesus, Geschenke. Aber was bedeuten die eigentlich?

Ich habe mein Leben lang immer nur gehört, dass diese drei Dinge, Gold, Weihrauch und Myrrhe, ausgesprochen wertvoll waren. Die Sterndeuter (wie viele es waren, weiß man nicht, besonders heilig waren sie auch nicht und Könige ebenso wenig, sorry) erwarteten ja, einen neugeborenen König zu finden, den der besondere Stern am Himmel ihnen angekündigt hatte.

Und einem König muss man ja wertvolle Geschenke mitbringen, so heißt es. Und dennoch wäre Gott nicht Gott, wenn sie nicht einen tieferen Sinn haben würden. Ansonsten hätte es die Erwähnung der drei Geschenke sicherlich nicht in die Bibel geschafft.

Geschenke als Symbol

Es gibt eine Reihe Erklärungsversuche. Sehr schlüssig fand ich diese. Die drei Geschenke für das Kind symbolisieren die drei Aspekte des zukünftigen Lebens Christi:

Gold, das königliche Metall, steht für das Königtum Jesu – daher das Geschenk für einen König (vgl. 1. Könige 6, 20-22). Weihrauch, das Symbol des Gebets, steht für Jesus als Hohepriester / Vermittler zwischen Gott und den Menschen – daher die Gabe für einen Priester (siehe 2. Mose 30). Und schließlich die Myrrhe, die man benötigte, um ein Öl herzustellen, mit dem Tote einbalsamiert wurden, sie ist das Symbol dafür, dass Jesus für die Erlösung aller sterben würde – also ein Geschenk für einen, der stirbt (Johannes 19, 39-40 / Jesaja 53, 5).

Eine andere Überlieferung besagt, dass Maria und Josef das Gold zur Bezahlung des Stalles, den Weihrauch zur Parfümierung und die Myrrhe als Salbe für das Neugeborene Kind verwendeten. Da Jesus quasi Himmel und Erde verbindet, das Göttliche und das Irdische, gibt es für mich keinen Grund, diese Traditionen als widersprüchlich zu betrachten.

Welche Gaben bringen wir Jesus?

Die Frage ist eher: Was bringen wir als Gaben, als Schätze hervor? Wenn wir Jesus wirklich als unseren König als Herrn annehmen, dann würde das bedeuten, dass er in unserem Leben das Sagen hat, dass er das Steuerrad hält und nicht nur Beifahrer ist. Das wäre ein Geschenk, das er sich wünschen würde.

Auch das Gebet, die Anbetung und der Lobpreis sind Dinge, die Jesus liebt. Warum? Zum einen, weil wir ihn damit ehren, aber auch, weil sie uns stark machen, rein, uns verändern, uns Kraft geben und Weisheit. Wer ein Leben voller Lobpreis und Anbetung führt, den kann so schnell nichts aus der Bahn werfen, denn er erlebt die Nähe Gottes spürbar, er erlebt Gottes Berührung, seinen Schutz, seine Geborgenheit.

Schuld und Versagen

Und noch ein drittes Geschenk: Jesus hat die Prophezeiung, die schon lange vor seiner Geburt vorausgesagt wurde, erfüllt. Er ist für die Schuld der Menschen am Kreuz gestorben – und er ist auferstanden und lebt bis heute. Wir beschenken Jesus, wenn wir unsere Schuld zu ihm bringen, unser Versagen, unseren Hass und unseren Groll, unsere Verletzungen und unsere Angst – denn, wenn wir das tun, dann werden wir frei. Und das wünscht sich Jesus absolut!

Wenn wir Jesus diese Geschenke bringen, dann können wir unser Leben als Christen genießen, denn wir laufen ohne großen Rucksack durchs Leben in enger Verbindung zu Jesus und lassen uns von ihm, dem König der Könige, vom Herrn der Herrn leiten – hier auf Erden und bis in die Ewigkeit bei ihm.

Was schenkst du dem Kind?

Sei gesegnet!

„Eines der herausragenden Versprechen Gottes ist dieses: Wenn du dein Leben Jesus gegeben hast, hat er sich dir auch geschenkt. Dein Herz ist seine Wohnung geworden“ (Max Lucado).

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de