Graue Landschaft

Glauben freisetzen

„Möge die Macht mit dir sein“, so heißt es in der berühmten Star Wars Saga. Als mir jemand einmal sagte, der Glaube wäre eine unbeschreibliche Macht, wenn man sie freisetzen würde, konnte ich damit weniger anfangen, als mit dem guten Wunsch der Jedi-Ritter. Was ist also damit gemeint, seinen Glauben freizusetzen?

In Hebräer 4, 2 (HfA) findet sich ein etwas merkwürdig anmutender Text. Er lautet: „Auch uns gilt ja diese gute Botschaft, die Gott unseren Vorfahren gab. Ihnen freilich nutzte dies nichts; denn sie haben Gottes Zusage zwar gehört, aber sie vertrauten Gott nicht.“ Im griechischen Urtext ist davon die Rede, dass die Israeliten (die Vorfahren) die gute Botschaft nicht „mit ihrem Glauben verbanden“.

Held des Glaubens?

Die Vorfahren haben also die gute Botschaft, das Evangelium gehört, haben aber nicht geglaubt. Das kenne ich auch. Als ich junger Christ war, habe ich viel Bibel gelesen. Und ich habe mir sehr viel in meiner Bibel markiert.

Irgendwie hatte ich das Gefühl: Je bunter meine Bibel markiert ist, desto frommer bin ich. Ich war damals in einer Gemeinde, in der das viele taten. Und ich dachte mir: Wenn jemand sieht, wie viel du in deiner Bibel angestrichen hast mit diesen bunten Leuchtmarkern, dann wird er sehen, was für ein Held des Glaubens du bist.

Mit Glauben verbinden!

Die Wahrheit war aber, dass die Botschaft, die ich gelesen habe, mir zwar Wissen brachte, aber keine Früchte trug, weil ich sie nicht mit dem Glauben mixte. Und so ging mir das lange in vielen Bereichen. Ich bin zur Kirche gegangen und habe erwartet, dass irgendetwas Großes passieren würde. Aber ich habe das, was ich gehört habe, nicht mit dem Glauben verbunden.

Manchmal ging es mir sogar so, dass ich dachte: Schade, dass der oder die heute nicht da sind, das ist absolut eine Predigt für die. Aber dass Gott direkt zu mir sprechen würde, direkt in meine Lebenssituation, dass Worte von ihm Worte an mich waren, daran fehlte mir der Glaube.

Es ging eher um moralische Werte, die ich versuchte, aus eigener Kraft dann in meinem Leben umzusetzen. Du liest heute diese Andacht. Mit was für einer Einstellung hast du heute angefangen zu lesen? Glaubst du daran, dass Gott heute durch den Bibelvers, durch meine Worte zu dir sprechen möchte? Dass er genau dir etwas zu sagen hat?

Du wirst sie an ihren Früchten erkennen

Fakt ist: Wir brauchen alle nicht nur mehr Wissen in unserem Kopf, wir alle brauchen mehr Taten, die sich aus dem Gehörten ergeben. Ich werde keinen wunderschönen Garten haben, nur weil ich Bücher über Pflanzen lese.

Du kannst nicht sagen, ob jemand ein Held des Glaubens ist, weil er viel im Gottesdienst sitzt, viele Andachten liest oder viel in seiner Bibel markiert hat. Du kannst es nur an seinem Charakter ablesen, daran, ob er die Worte auch umgesetzt, ob er seinen Glauben freigesetzt hat.

Du wirst sie an ihren Früchten erkennen, sagt Jesus ganz deutlich (Mt. 7, 15ff). Das hat nichts damit zu tun, dass ich versuche, mir das Himmelreich zu verdienen, es hat damit zu tun, dass ich ernst nehme und umsetze, was Jesus mir sagt.

Macht des Glaubens

Es beginnt bei moralischen Dingen, wenn Jesus sagt, ich solle aufhören zu lästern und endet bei Glaubenstaten, dass er mir aufträgt, für Kranke zu beten, Armen zu helfen und Einsamen Licht ins Leben zu bringen.

Ich setze meinen Glauben frei, wenn ich nicht nur höre, sondern dann auch tue – und sehe. Wenn ich die richtigen Pflanzen zur richtigen Zeit an den richtigen Ort aussäe, werde ich gute Ergebnisse sehen. Wenn ich das im Glauben ebenso tue, geschieht das Gleiche – und mein Glaube und mein Mut werden wachsen.

So setze ich meinen Glauben frei und werde wirklich ein spiritueller Held, den nichts so leicht umhaut! Möge die(se) Macht mit dir sein, die Macht des Glaubens!

Sei gesegnet!

„Wissen ist Macht. Glaube ist mächtiger“ (Arno Backhaus).

Möchtest du jeden Morgen meine Gedanken auf dein Handy gesendet bekommen? Dann abonniere meinen Kanal bei Telegram: https://t.me/juergensgedanken

Weitere Gedanken und einen Song zum Tag gibt es hier: – zum selbst Lesen oder Weiterleiten – https://juergens-gedanken.blogspot.com

Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de