Turnschuh

Same procedure as last year?

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen. Die Reste vom Feuerwerk sind von den meisten Straßen schon verschwunden und so manch einer ist schon wieder voll im Alltag. „Same procedure as last year?“, klingt es in meinen Ohren (dieselbe Prozedur, wie im letzten Jahr?). „The same procedure as every year!“ (dieselbe Prozedur, wie jedes Jahr) – so lauten die berühmten Worte des Silvester-Klassikers „Dinner for one“, den jedes Jahr Millionen von Deutschen zu Silvester anschauen.

Dinner for one

„Dinner for one“ steht sogar seit 1988 im Guinness-Buch der Rekorde als „weltweit am häufigsten wiederholte Fernsehproduktion“. Jedes Jahr feiert die mittlerweile 90-jährige Miss Sophie mit ihren vier Freunden, die nur noch imaginär anwesend, da sie alle schon verstorben sind, ihren Geburtstag.

Immer nach demselben Muster: dasselbe Dinner, dieselben Drinks, dieselben Gespräche. Und immer wieder stolpert Butler James über dasselbe Hindernis, den Kopf eines ausgelegten Tigerfells. Viele finden das brüllend komisch, zumal so manches voraussehbar ist.

Fast schon, wie in unsrem Leben, oder? Laufen wir nicht auch oft Jahr für Jahr auf denselben ausgetretenen Pfaden, machen ständig dasselbe und stolpern über dieselben Hindernisse? Heißt es bei uns nicht auch irgendwie: „Same procedure as last year? The same procedure as every year!“

Veränderung

Ich kenne so viele Menschen, die sich eigentlich nach Veränderung sehnen, aber sich dann doch benehmen, als wären sie in einer Tretmühle gefangen. Oft wird mir gesagt, die Menschen hätten Angst vor Veränderung, der immer wiederkehrende Trott des Alltags gäbe eine gewisse Sicherheit, wenn auch keine aufregende.

Andere sagen mir, sie wüssten gar nicht, wie sie das anstellen sollten, etwas zu verändern, in welche Richtung sie gehen sollen. Im Buch der Sprüche schreibt der Weise: „Ein Mensch kann seinen Weg planen, seine Schritte aber lenkt der Herr“ (Sprüche 16, 9 NLB).

Taub auf den Ohren

Manche warten jahrelang darauf, eine Stimme zu hören oder eine übernatürliche Führung zu erhalten. Nun, manchmal sind wir so taub auf den Ohren, wie meine Kinder, wenn ich ihnen sage, sie sollen ihr Zimmer aufräumen oder ins Bett gehen.

Manchmal sehen wir offene Türen, „den Wald vor lauter Bäumen“ nicht. Manchmal fragt uns Gott aber auch leise: „Was ist deine Leidenschaft? Was würde dir Freude machen in deinem Leben?“, um uns dann selbst entscheiden zu lassen.

Mancher Weg mag dann ein Fehltritt sein, manchmal werden wir auch fallen oder Enttäuschungen erleben. Aber wir werden keine Veränderung, keinen Sieg in unserem Leben haben, wenn wir uns nicht bewegen.

Neue Wege gehen

Bei „Dinner for one“ mag es für uns lustig sein, wenn immer das Gleiche geschieht, unser Leben wird damit aber alles andere als aufregender. Das Jahr ist jung. Ich möchte dir Mut machen, Schritte zu gehen, Veränderungen nicht nur zuzulassen, sondern bewusst einzuleiten, neue Dinge zu probieren und neue Wege zu gehen.

Wenn du Neues wagst, wirst du innerlich lebendig. Du wirst deine Berufung finden und auch (aus)leben können. Und das wird dein Leben erfüllter machen. So manches, was dich in deinem Alltagstrott eher belastet, solltest du hinter dir lassen und Neues, was dir Freude schenkt, dafür tun.

„Same Procedure As Last Year?“ Nein, wage in diesem Jahr etwas Neues, stolpere nicht über alte Fallen und sammle neue Erfahrungen, die dich im Leben und im Glauben weiterbringen.

Sei gesegnet!

„Um ein neues Kapitel zu schreiben, muss ich bereit sein, ein altes abzuschließen“ (Sven Kühne).

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Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de