Bibellesen

Gut gemeint …

In einem Gastkommentar von Historiker Prof. Dr. Michael Wolffsohn las ich heute Morgen: „Wir alle wissen: »Das Gegenteil von ‚gut‘ ist oft ‚gut gemeint‘«“ Das klingt ein bisschen nach einem viel zitierten Satz auf einem Zeugnis: „Er bemühte sich“. Wenn du diesen Satz auf dem Stück weißen Papier am Ende des Schuljahres stehen hattest, dann wusstest du, du hast es sicherlich gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

Religion

„Nun sag‘, wie hast du’s mit der Religion?“ so lautet die viel zitierte Frage von Margarethe an Faust und fordert ein Bekenntnis. Es ist die berühmte Gretchenfrage, die wir Menschen seit dem Erscheinen von Goethes Faust I. alle kennen. Auch hier kann es passieren, dass – wenn es denn eines geben würde – auf dem Zeugnis ein „Er bemühte sich“ bei mir stehen würde, zumindest, wenn es um meine Anfangsjahre als Christ geht. Auch hier gilt, dass „gut gemeint“ nicht immer „gut“ bedeutet.

Als ich damals mit Anfang 20 Christ wurde, habe ich versucht abzuliefern. Ich habe alles gemacht, wovon ich dachte, dass es einen Christen ausmacht. Das ging so weit, dass ich einen Großteil meiner damals wirklich mit harten Opfern erworbenen CDs in den Müll schmiss, weil sie meinem neuen Glauben widersprachen.

Beziehung

Was ich lebte, war Religion. Was Jesus uns anbietet, ist etwas anderes. Jesus ist nicht auf diese Erde gekommen, um eine neue Religion zu bringen. Er hat sich nicht kreuzigen lassen und wurde nicht auferweckt, damit wir ein paar Regeln und Rituale in unser Leben integrieren.

Jesus ist auf diese Erde gekommen, weil er eine Beziehung möchte. Christlicher Glaube ist keine Religion – christlicher Glaube ist Beziehung! Und das ist ein himmelweiter Unterschied. Wenn ich bete, wenn ich Bibel lese, wenn ich in den Gottesdienst gehe, dann geht es nicht darum, Pflichtübungen zu vollbringen, sondern um Beziehungspflege!

In der Bibel heißt es passend: „Gottes Wort ist voller Leben und hat Kraft!“ Tut es das? Ist das Wort Gottes lebendig und hat Kraft in deinem Leben?

Theorie

Ich habe viele Jahre lang, in denen ich mich wirklich bemüht habe, als Christ zu leben und in denen ich mich offen zu Jesus bekannt habe, eigentlich außen vor gestanden und habe Wissen angehäuft und habe beobachtet. Ich habe mich an der Uni mit Professoren angelegt und habe die Bibel verteidigt.

Aber auf meinem Glaubenszeugnis hätte dennoch gestanden: „Er bemühte sich“, denn ich lebte Religion und nicht Beziehung. Es war, als hätte ich Bücher über die Liebe studiert, hätte gewusst, welche chemischen Prozesse in einem Körper abgehen, wenn ein Mensch verliebt ist, hätte in der Theorie Techniken erlernt, wie man eine Liebe warmhält und wie man für die Liebe kämpft, wäre aber selbst noch nie verliebt gewesen.

Beobachter

Wenn ich immer nur als Beobachter außen stehe, werde ich nie die verändernde Kraft von Gottes Wort erleben. Wenn ich immer nur in der Theorie studiere, wer Jesus ist und wer ich bin, dann werde ich Wissen anhäufen, aber Jesus nicht erleben.

Was tun Gemeinden, die gerne möchten, dass ich einmal bei ihnen predige? Richtig, sie nehmen Kontakt auf und laden mich ein. Dann telefonieren wir oder schreiben hin und her. Und dann gehe ich hin und predige. Eine Beziehung entsteht. Und wenn wir sie pflegen, dann bleibt die Beziehung bestehen, ganz gleich, ob ich einmalig oder regelmäßig eingeladen werde.

Nimm Kontakt auf!

Die Schritte sind bei Jesus dieselben: Nimm Kontakt auf. Lies nicht nur über ihn, sprich nicht nur über ihn, sondern sprich mit ihm, sprich ihn an, lade ihn ein. Bitte ihn, dein Herz anzurühren, indem er dich mit seinem Geist erfüllt. So entsteht Beziehung. Und dann pflege sie, damit sie nicht wieder zur Religion verkommt.

Fange heute an und bete: „Jesus, ich sehne mich nach einer Beziehung zu dir. Ich bitte dich, mir zu begegnen. Ich bitte dich, mich mit deinem Geist zu erfüllen, damit ich erlebe, was für einen Unterschied Beziehung zu Beziehung macht. Danke, dass ich dir vertrauen kann und weiß, dass du es tun wirst. AMEN.“

Sei gesegnet!

„Beziehungen sind das halbe Leben. Die Beziehung zu Gott das ganze“ (Arno Backhaus).

 

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Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de