Mann sitzt auf Baumstamm

Vergangenheit

Jeder von uns hat eine Vergangenheit. Gute Dinge sind geschehen und schlechte, beschämende, richtige und falsche, glückliche und traurige. Sie gehören zu unserem Leben dazu. Sie gehören zu dem dazu, wer wir sind und warum wir so sind, wie wir sind.
Es macht keinen Sinn, so zu tun, als hätten wir diese Erfahrungen nicht gemacht. Wenn wir wollen, dass Gott unsere Erfahrungen zum Guten nutzt, dann dürfen wir unsere Vergangenheit nicht in die Schublade packen oder vor ihr weglaufen.

Zum Guten nutzen

Ich habe lange meine Vergangenheit nicht nur ignoriert, sondern versucht, sie vor anderen zu verbergen, weil sie mir wehgetan hat. Ich war frustriert, dass ich keine so schöne Kindheit hatte, wie andere, verletzt und auch ein Stück sauer.

Aber damit habe ich verhindert, dass Gott meine Vergangenheit zum Guten nutzen kann. Wenn du möchtest, dass Gott deine Erfahrungen zum Guten nutzen kann, dann ist es wichtig, dass du dich an deine Erfahrungen erinnerst.

Die englischsprachige Good News Translation (GNT) übersetzt 5. Mose 11, 2 mit folgenden (wie ich finde, wirklich passenden Worten): „Denkt heute daran, was ihr über den Herrn durch eure Erfahrungen mit ihm gelernt habt.“ Das bedeutet: Erinnere dich an die Lektion, die du aus deiner Erbauung gelernt hast.

Lernprozess durch die Vergangenheit

Ich habe in meinem Leben gelernt, dass wir manchmal durch harte Zeiten gehen müssen, Dinge ertragen müssen, die wir nicht ertragen wollen oder sollten. Aber ich habe auch gelernt, dass Gott uns durch harte Zeiten tragen möchte und dass er uns heilen möchte, uns ein glückliches, erfülltes Leben schenken möchte, ganz gleich, was wir erlebt haben oder noch erleben müssen.

Das hat sich so fest in meinem Herzen eingebrannt, dass ich es nie vergessen werde, ganz gleich, was mein Leben noch mit sich bringt: Gott kann und Gott will uns Heilung schenken. Vielleicht hätte ich heute nicht so ein Vertrauen zu Gott, wenn er mich nicht aus meinem Sumpf herausgeholt hätte.

Erfahrungen mit Gott

Paulus schreibt: „Ihr habt doch so Großes mit Gott erfahren. Soll das wirklich alles vergeblich gewesen sein? Das kann ich einfach nicht glauben!“ (Galater 3,4 HfA). Nein, unsere Erfahrungen sollten nie vergeblich sein.

Was kannst du also tun? Ein guter Weg ist es, eine Art Tagebuch (ein Journal) zu schreiben. Ich meine damit nicht, dass du dich jeden Abend hinsetzt und aufschreibst, was du am vergangenen Tag gemacht hast. Das ist auch nett. Ich meine ein Tagebuch, in dem du deine „Lektionen“ einschreibst, die du in deinem Leben mit Gott gelernt hast. Schreibe sie auf, damit du sie nicht vergisst: „Das war schmerzhaft. Das habe ich auf die harte Tour gelernt. Ich will das nicht vergessen.“

Wenn du dir Dinge aufschreibst, die du mit Gott erlebt hast, wirst du sehen, wie Gott in deinem Leben wirkt. Und dann kannst du zurückblicken und dich daran erinnern, was Gott dich gelehrt hat. In den dunklen Zeiten deines Lebens kannst du ermutigt werden und wissen, dass Gott immer noch für dein Wohl arbeitet.

Sei gesegnet!

„In der Dankbarkeit gewinne ich das rechte Verhältnis zu meiner Vergangenheit. In ihr wird das Vergangene fruchtbar für die Gegenwart“ (Dietrich Bonhoeffer).

Jürgen Ferrary für GottinBerlin

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