Mann schaut in die Wolken

Leg die Lüge über dich selbst ab

Was unser Kopf glaubt, das leben wir, denn was unser Kopf glaubt, das sind wir. Zumindest reden wir uns das ein, ob wir es wollen oder nicht. Und wenn sich Lügen über uns selbst in unserem Kopf festgesetzt haben, dann sind wir nicht frei, sondern leben ein Leben, das von diesen Lügen bestimmt wird.

Ein Mann, der als Kind immer um die Gunst seines Vaters buhlen musste, der das Gefühl hatte, nur geliebt zu werden, wenn er sich diese Liebe verdient hat, der angebrüllt wurde von seinem Vater, der wird vielleicht zu der Überzeugung kommen, er sei nur so gut, wie er erfolgreich bei der Arbeit ist. 

Die Frau, die sich als Mädchen immer von Fernsehsendungen, Instagram und Kurzvideos hat prägen lassen, glaubt als erwachsene Frau, sie wäre nur etwas wert, wenn sie bestimmte Normen einhält und fühlt sich deswegen als ungeliebt und hässlich. 

Oder die Psychologin, die immer wieder gescholten wurde, weil sie als Kind zu hyperaktiv war, wird vielleicht ein Herz für andere haben, die dieselben Probleme haben, wird sich aber auch als Erwachsene nicht davon gelöst haben zu denken, sie sei ein schlechter Mensch.

Der Geschäftsmann, dessen Ehe den Bach heruntergegangen ist, wird misstrauisch und ängstlich durchs Leben gehen, weil er denkt, er wird immer wieder scheitern. Und wenn es ganz schlecht läuft, dann überspielt er seine Gedanken und Gefühle mit Autorität und der Maske der Selbstverliebtheit.

Oder da ist die Mutter, deren eigene Mutter ihr immer wieder signalisiert hat, sie müsse in allem und immer perfekt sein. Sie wird versuchen, in der Perfektion ihren eigenen inneren Frieden zu finden und wird ihn dennoch nicht finden. 

Knechtschaft der Lüge

Das ist nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus meiner Erfahrung mit anderen Menschen. Ich bin im Laufe der Jahre zu der Einsicht gekommen, dass es niemanden gibt, der nicht auf irgendeiner Ebene in der Knechtschaft von Lügen lebt. 

Was man uns eingeredet hat oder was wir uns selbst eingeredet haben an Illusionen und Lügen wird zu unserer Identität, an die wir uns so gerne klammern, denn sie gibt uns zu einem gewissen Rahmen Sicherheit. 

In Wahrheit aber leben wir nicht unser Leben. Wir sind nicht frei. Wir sind nicht, wer wir wirklich sind, sondern leben eine Lüge. Als Jesus sagte: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Johannes 8, 32), meinte er damit gleichzeitig, dass wir eben von diesen Lügen befreit werden sollen.

Wir sind der Tyrannei falscher Vorstellungen von der Wirklichkeit unterworfen, die unsere Seelen und unsere Gesellschaft in der Gefangenschaft von Leid und Schmerz halten. Wie Paulus später sagte, hat der Teufel „uns gefangen genommen, damit wir seinen Willen tun“ (2. Timotheus 2,26). 

Scharfe Waffe

Jesus ist auf diese Welt gekommen mit einer scharfen Waffe – der Wahrheit! Und diese möchte er einsetzen, um uns freizumachen. Nur wenn wir der Realität ins Auge schauen, wer wir wirklich sind, wie Gott uns sieht und welchen Lügen wir folgen, werden wir wirklich Frieden finden. 

So hart das klingt, aber: Was sind Lügen, die du über dich selbst glaubst? Seit wann hat das angefangen, dass du an diese Lügen glaubst? Und warum glaubst du an sie? Bringe sie eine nach der anderen ans Kreuz und tausche sie gegen wirkliche Freiheit ein. Du wirst erstaunt sein, welch tiefer Frieden und welch tiefe Freude dich erfüllen kann und wird. 

Sei gesegnet!

„Die Menschheit kann nicht viel Realität ertragen“ (T.S. Elliot).

Jürgen Ferrary für GottinBerlin

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