Ketten

Reaktion

Das Leben ist kein Ponyhof. Was für eine Wahrheit steckt in diesem geflügelten Wort? Es gibt Zeiten, da denkt man sich:Wenn’s läuft, dann läuft’s“, aber auch Zeiten, da weiß man kaum, wie man den Kopf über Wasser halten soll. Wie reagierst du in Zeiten, in denen du angefochten bist und am Ende deiner Kräfte?
Typische Reaktion wären Schimpfen und Jammern. Warum muss mir das geschehen? Warum immer ich? Warum lässt Gott das zu? Hat er mich denn gar nicht mehr lieb?

Ketten zersprangen

Als Paulus und Silas ins Gefängnis geworfen wurden, weil sie die frohe Botschaft von Jesus verkündeten, jammerten sie nicht. Sie wurden von einer Menschenmenge angegriffen, geschlagen und dann vom Kerkermeister mit den Füßen an den Pranger gekettet.

Sie können also nichts tun, als darauf zu harren, was geschieht. Und was tun sie in dieser Zeit der Bedrängnis? „Gegen Mitternacht beteten Paulus und Silas. Sie lobten Gott mit Liedern, und die übrigen Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich bebte die Erde so heftig, dass das ganze Gefängnis bis in die Grundmauern erschüttert wurde; alle Türen sprangen auf, und die Ketten der Gefangenen fielen ab“, so heißt es in Apostelgeschichte 16, 25-26 (HfA).

Vertrauen zeigen

Die beiden Apostel nutzen die Zeit, in der sie nichts tun, außer warten können, um Gott zu loben. Sie singen laut Lobpreislieder und beten. Damit tun sie zwei Dinge. Sie legen Gott die Situation in seine Hände. Sie zeigen ihm, dass sie ihm vertrauen, auch, wenn die Umstände gerade alles andere als rosig sind.

Und sie sind gleichzeitig Zeugen. Die anderen Gefangenen hören, was geschieht. Sie hören von der Hoffnung, sie hören davon, dass es einen guten Gott gibt, der die Menschen sogar an so einem finsteren Ort nicht verlassen hat.

Ketten und Mauern

Plötzlich geschieht das Wunder. Die Grundmauern werden erschüttert, und die Ketten der Gefangenen fallen ab. Nun gehe ich davon aus, dass die wenigsten von uns gerade in einer Gefängniszelle sitzen. Und noch weniger, dass wir denken, wenn wir Gott loben und preisen, dann würden auch heute Gefängnismauern bersten und Gefangene befreit werden.

Es sind andere Mauern, die einreißen und andere Ketten, die zersprengt werden, wenn wir tun, was die Apostel taten: Unsere selbst gesetzten Begrenzungen, unsere Verletzungen, die uns zu dem machten, was wir sind, unsere Ängste, unser Kleinglauben.

Gebet und Lobpreis

Und es sind andere Ketten, die bersten können, Süchte, schlechte Angewohnheiten, Charakterschwächen, schlechte Bindungen. Wenn wir unsere Hoffnung auf Gott setzen, wenn wir ihm vertrauen und wirklich auf ihn warten, dann werden wir erleben, wie er durchbricht und Freiheit schenkt. Gebet und Lobpreis haben Kraft!

Was tust du, wenn du in einer Zeit bist, in der du nichts tun kannst außer zu warten? Wenn du Gottes Kraft und Macht erleben willst und damit Durchbrüche im Leben, dann gib nicht auf, sondern halte fest am Glauben und bleibe voller Erwartung.

Sei gesegnet!

„Wer Gott loben lernt, ist frei inmitten aller Mauern und Gitter“ (Helmut Thielicke).

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Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de