Holzfiguren

Eine ganz gewöhnliche Nacht

Hast du dich je gefragt, warum es gerade Schafhirten waren, die die ersten Zeugen der Geburt von Jesus waren? Weil es ganz gewöhnliche Menschen waren, die ihre ganz gewöhnliche Arbeit in einer ganz gewöhnlichen Nacht taten. In der Weihnachtsgeschichte heißt es: „Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Herden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen“ (Lukas 2, 8-12).

Plötzlich war alles anders

Alles war ganz gewöhnlich – bis zu dem Moment, wo der Himmel in der Nacht quasi explodierte. Plötzlich war alles anders. Von einer Sekunde zur anderen. Eben noch war alles dunkel und ruhig, doch plötzlich war alles erleuchtet von der Herrlichkeit Gottes, so heißt es im griechischen Urtext.

Und plötzlich war alles nicht mehr gewöhnlich. Und genau das finde ich das großartige an der Weihnachtsgeschichte – oder besser an Gott. Hirten waren damals keine angesehenen Menschen. Es war eine niedere Arbeit.

Aber genau diesen Menschen wird die Botschaft von Jesus als allererstes verkündet. Ganz normale Menschen erleben etwas absolut außergewöhnliches. Es ist nicht ihr Stand, es ist nicht ihre Bildung, es ist nicht ihr Ansehen, das sie qualifiziert.

Herzenseinstellung

Es ist ihre Herzenseinstellung, die sich darin zeigt, dass die Hirten offen sind für das, was Gott ihnen sagen möchte, dass sie darauf reagieren. Wie würdest du reagieren, wenn ein Bote von Gott dir plötzlich ungewöhnliche Nachrichten überbringen würde?

Würdest du es zulassen, dass Gott aus deinem gewöhnlichen Alltag etwas absolut Besonderes macht? Dürfte Gott auch in deinen Alltag derart eingreifen? Denn wenn ich mir die ganze Bibel anschaue, dann sind es in den seltensten Fällen die Großen oder Mächtigen, die Reichen oder die Besonderen, mit denen Gott Geschichte schreibt, sondern ganz gewöhnliche Menschen, wie du und ich.

Ganz gewöhnliche Menschen

Noah war ein Bauer. Moses war ein Hirte, bevor ihn Gott zum Befreier seines Volkes machte. Auch David war ein Hirtenjunge, bevor er zum König über Israel wurde. Selbst Maria und Josef waren ganz gewöhnliche Menschen, bevor ihnen der Engel erschien.

Es scheint ein Teil von Gottes Charakter zu sein, dass er aus dem Gewöhnlichen etwas Besonderes macht. Der Bote Gottes erstrahlte mitten in der Nacht, als er den Hirten erschien – aber noch mehr. Er strahlte in das Dunkel ihres Lebens – und das brachte eine radikale Veränderung.

Etwas Besonderes

Das alles geschah in einem bemerkenswerten Moment: Gott wurde Mensch. Der Himmel öffnete sich, und das wertvollste Geschenk, das es gibt, wurde der Welt gegeben – in den Schoß eines gewöhnlichen Menschen.

Ich frage mich ehrlich: Sind wir eigentlich heute noch bereit dazu, dass Gott unser gewöhnliches Leben als gewöhnliche Menschen nutzt, um Außergewöhnliches damit zu tun? Sind wir bereit, den Boten Gottes zuzuhören und darauf zu reagieren?

Gut, sie werden wohl kaum mit Flügeln wie kleine, dicke Rubens-Engel bei uns im Zimmer auftauchen. Aber was, wenn doch? Gott ist ein Gott der Gnade, der schenkt, der uns beschenkt. Wir müssen uns nichts verdienen. Aber wir müssen offen sein für das, was er uns geben will und bereit sein, es anzunehmen und darauf zu reagieren.

Gott liebt das Gewöhnliche. Er will auch aus deinem gewöhnlichen Leben etwas Außergewöhnliches, etwas Besonderes machen, das seinen Glanz, seine Herrlichkeit widerspiegelt. Gib dein Ja dazu.

Sei gesegnet!

„Nicht jeder, der von einem Engel erleuchtet wird, erkennt, dass er von einem Engel erleuchtet wird“ (Thomas von Aquin).

 

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Jürgen Ferrary für GottinBerlin.de