flüsternde Frauen

Kompromisse

Meinen beiden Kindern versuche ich fast täglich beizubringen, Kompromisse einzugehen. Kompromisse sind in der Familie wichtig – um des lieben Friedens willen. Wir müssen lernen, einander zuzuhören, aufeinander zuzugehen und einen guten Mittelweg zu finden, mit dem alle leben können. Nichts anderes sind Kompromisse.

Was wir am besten schon in der Kindheit für das Leben lernen, ist bei Gott jedoch nichts wert – so hart das klingt. Um das drastische Bild von gestern aufzugreifen: Du möchtest ein siegreiches Leben leben, dann musst du Gottes Weg herausfinden.

Wenn du „Erfolg“ im Leben anstrebst (der weniger mit Karriere und materiellen Dingen, mehr aber mit Erfüllung und Lebensglück zu tun hat), dann ist das Eingehen von Kompromissen so, als würdest du eine Messerspitze Hundekot in deinen Keksteig mischen.

Paulus formuliert das sehr drastisch: „Zieht nicht an einem Strang mit Leuten, die nicht an Christus glauben. Was haben denn Gottes Gerechtigkeit und die Gesetzlosigkeit dieser Welt miteinander zu tun? Was haben Licht und Finsternis gemeinsam?“ (2. Korinther 6, 14 HfA).

Wenn ich Kompromisse eingehe, dann ist das so, als würde ich in einen Damm ein kleines Loch bohren. Anfangs kommen ja nur ein paar Tropfen durch das Loch hindurch. Das Loch wird aber größer und größer, bis der Damm bricht.

Diebstahl

Was sind Kompromisse, die wir oft eingehen? Ich könnte ganz sanft anfangen, dich einzuladen, mal deinen Schreibtisch zu durchforsten. Wie viele Kugelschreiber hast du, die eigentlich irgendwo anders hingehören?

Ist doch ganz normal, dass man die einsteckt, sagt die Welt. Dafür haben Kugelschreiber doch schöne, bunte Werbe-Aufdrucke, damit man sie mitnimmt. Aber ehrlich? Wenn ich ungefragt etwas mitnehme, was mir nicht gehört, dann ist das Diebstahl – egal, ob es sich um einen Kugelschreiber handelt oder um den Safe des Chefs. Diebstahl ist Diebstahl.

Wie würdest du dich fühlen, wenn du vor einem Richter stehst und der dann die Gesetze auch nur ein kleines Stück gegen dich verändert, weil er dich nicht leiden kann? Du wärst zu Recht empört. Warum dann gehen wir bei Gott immer und immer wieder Kompromisse ein in Dingen, von denen wir wissen, dass sie nicht in Ordnung sind.

In einer Predigt habe ich einmal gehört, dass jemand fragte: „Wie kannst du glauben, dass Gott dein Leben segnet, nur, weil du sonntags eine Stunde im Gottesdienst sitzt, wenn du Montag dann mit deinen Kollegen zusammenstehst und über deinen Chef lästerst?“

Mit dem Navi ans Ziel kommen

Ich erlebe es immer wieder, dass „die Welt“ versucht, mir Kompromisse einzureden. „Ach, das merkt doch eh keiner, ist doch nur ein Mal!“ Oder: „So ein Korinthenkacker ist Gott doch nun auch wieder nicht!“

Wenn du dringend von einem Port zum anderen müsstest, würdest du dann auf dein Navi im Auto hören oder denkst du, du kannst ja mal irgendwo einen Schlenker nach links oder rechts machen oder mal wenden, vielleicht noch hier und da anhalten.

Vielleicht würdest du trotzdem irgendwann ans Ziel kommen, denn so ein Navi ist sehr geduldig. Aber schnell und gut wirst du nicht an dein Ziel kommen. Warum lassen wir uns von anderen manchmal einreden, bei Gott wäre das anders?

Der weise Salomo sagt: „Wenn gottlose Leute dich beschwatzen, dann hör nicht auf sie!“ (Sprüche 1, 10 HfA). Unser Navi im Leben heißt Gott. Sind wir nicht irgendwann Christen geworden, weil wir verstanden haben, dass unser Lebensweg uns nicht ans Ziel bringt, wenn wir auf unser Ego hören?

Warum gehen wir dann immer noch ständig Kompromisse in unserem Glauben ein? Wenn du ein Leben geschenkt haben möchtest, das du genießen kannst, wenn du Siege einfahren willst, Jesus ähnlicher werden und dein Leben leben, das dich erfüllt, dann höre auf das, was Gott zu sagen hat.

Er meint es gut zu dir, er führt dich die beste Route durch dein Leben – und er bringt dich sicher ans Ziel, denn das Leben auf dieser Erde – so wundervoll es auch ist – ist nur eine Zwischenstation.

Sei gesegnet!

„Ein Kompromiss macht einen Christen unfruchtbar und unglücklich. Dann ist man wie ein Seiltänzer, immer balancierend zwischen Hoffnung und Furcht. Bei völliger Hingabe sind wir wie einer, der auf der Rolltreppe steht. Entspannt an Jesu Seite geht es immer höher hinauf“ (Corrie ten Boom).

Jürgen Ferrary für GottinBerlin

 

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